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Es war zu schrecklich (...), in die furchtbarsten Verhältnisse des Lagers Gurs in Südfrankreich zu landen. Kälte, Hunger, erbärmliche Holzbaracken, Schmutz, kein Wasser.

Alice Salmon an eine Jugendfreundin in St. Ingbert

Menschen: Männer

Es waren Männer, die zuerst im Lager Gurs interniert wurden. Darunter waren Saarländer, die sich 1936 den Internationalen Brigraden angeschlossen und im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft hatten und nach dem Sieg der Truppen von General Franco im Februar 1939 über die Pyrenäen nach Frankreich geflohen waren. Für die fliehenden Spanienkämpfer wurde das Lager Gurs als Auffanglager eingerichtet.

1939

Nach Kriegseintritt Frankreichs am 3. September 1939 wurden alle in Frankreich lebenden deutschen Männer in Gurs interniert. Das galt gleichermaßen für die Emigranten, die von den Nationalsozialist*innen zu politischen Gegnern erklärt und daher verfolgt worden waren, wie auch für Parteigänger der Nationalsozialist*innen, die sich im September 1939 in Frankreich aufhielten. Sie galten als „Feindliche Ausländer“ und ihre Internierungen als „fremdenpolizeiliche Maßnahme“. Einige der internierten Männer  konnten ihre Entlassung erreichen, andere wurden in die sogenannten „Ausländischen Arbeitskommandos“ eingegliedert, die den Arbeitskräftemangel decken sollten, der nach der Rekrutierung der französischen Arbeiter entstanden war. Einige traten in die Fremdenlegion oder die Französische Armee ein.

1940

Eine erneute Internierung der in Frankreich lebenden Ausländer erfolgte nach dem Frankreichfeldzug der Wehrmacht und der Besetzung Frankreichs und der Benelux-Länder durch NS-Deutschland im Mai 1940. Nachdem die Vichy-Regierung am 4. Oktober 1940 ein Gesetz erlassen hatte, das die Internierung in Frankreich lebender ausländischer Jüdinnen und Juden erlaubte, wurden erneut nach Frankreich emigrierte Jüdinnen und Juden in Gurs interniert. Das galt auch für die aus dem Saarland nach Frankreich und in die Benelux-Länder emigrierten jüdischen Männer aus dem Saarland. Dazu kamen die Männer, die aufgrund der sogenannten „Wagner-Bürckel-Aktion“ aus dem Saarland nach Gurs verschleppt worden waren. Nach den Deportationen aus dem Lager Gurs ab August 1942 wurden bei Razzien  die in der Region versteckt lebenden jüdischen Männer aus dem Saarland verhaftet und nach Gurs verbracht. Eine Chance, den Deportationen zu entgehen, hatten diejenigen, die in Arbeitskommandos eingegliedert wurden oder in andere Lager verlegt worden waren.