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Gurs, eine eigenartige Silbe.
Wie ein Schluchzen, das die Kehle zurückhält

Louis Aragon, 1943

Glossar zum Lager Gurs

A

ADGB: Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund                                                             
Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund war von Juli 1919 bis Mai 1933 der Dachverband der Freien Gewerkschaften in Deutschland. Der ADGB war bis zur Zerschlagung durch die Nationalsozialisten die weltweit größte nationale gewerkschaftliche Dachorganisation. Gegründet 1919

ADPA: Archives départementales Pyrénées-Atlantique (mit Sitz in der französischen Stadt Pau)

Affidavit of sponsorship: Eidesstattliche Erklärung einer/eines US-Bürger*in. Diese*r verbürgt sich für die moralische Redlichkeit der Antragssteller*in. 

Affidavit of support: Eidesstaatliche Erklärung einer/eines US-Bürg*in für die/den Antragsteller*in, in der sie/er ihre/seine finanziellen Verhältnisse offenlegt und sich verpflichtet, mit ihrem/seinem ganzen Besitz für die/den Antragsteller*in aufzukommen.

B

BArch: Bundesarchiv

BAV:  Bergarbeiterverband

BdS: Befehlshaber der Sicherheitspolizei im besetzten Teil Frankreichs                                        
Der BdS war der Vertreter des Reichssicherheitshauptamt (siehe RSHA) in den von Deutschland besetzten Gebieten. Er befehligte die Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in diesen Gebieten.

BEG: Bundesgesetz zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung       Das BEG gewährt Personen, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus politischen, rassischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen verfolgt wurden und dadurch Schäden an Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum oder Vermögen sowie im beruflichen oder wirtschaftlichen Fortkommen erlitten haben, eine Entschädigungssumme. Es ist Teil der deutschen Wiedergutmachungsverfahren nach 1945. Das Gesetz wurde am 29. Juni 1956 rückwirkend zum 1. Oktober 1953 in der Bundesrepublik verabschiedet, nachdem die ursprüngliche Vorlage vom 18. September 1953 keine Berücksichtigung gefunden hatte. Keinen Anspruch auf Entschädigung hatten zum damaligen Zeitpunkt Kommunist*innen, die vom NS-Regime verfolgt worden waren, Homosexuelle, da Homosexualität damals noch unter Strafe stand, Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma, sogenannte „Asoziale“ (Nichtsesshafte, Alkoholkranke, Unangepasste), Zwangssterilisierte und die große Zahl der aus Osteuropa verschleppten Zwangsarbeitenden, da das Gesetz nur für in Deutschland lebende Opfer galt.

C

CALPO: Comité „Allemagne libre“ pour l'Ouest                                                                                
Im Exil hatten sich Gruppen gebildet, deren Ziel es war, das NS-Regime in Deutschland zu bekämpfen.

CAR: Comité d'assistance aux réfugiés (Hilfsorganisation)                                                   
CAR war eine Hilfsorganisation, die 1933 gegründet wurde, um die aus Deutschland und nach 1938 aus Österreich vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Frankreich geflohenen Jüdinnen und Juden mit Geld und Unterkünften zu unterstützen.

CC: Commission des Camps                                                                                                   
Die CC war eine Hilfsorganisation, die in den Lagern der unbesetzten Zone Frankreichs die internierten Menschen unterstützte,

CDJC: Centre de Documentation Juive Contemporaine, Paris. Auch: Mémorial de la Shoah Das Pariser Centre de Documentation Juive Contemporaine beschäftigt sich mit der Geschichte und Aufarbeitung des Holocaust. Das Zentrum verfügt neben einer Bibliothek, einem Archiv und einer Photothek auch über eine Gedenkstätte, in der regelmäßig Ausstellungen gezeigt werden. Das CDJC bzw. Mémorial de la Shoah informiert in Ausstellungen über die Geschichten der Jüdinnen und Juden in Frankreich und Europa sowie den Widerstand gegen die Deportationen der Jüdinnen und Juden aus Frankreich in die Vernichtungslager in Osteuropa.

CdZ: Chef der Zivilverwaltung in einem besetzten oder annektierten Gebiet
Der CdZ handelte im Auftrag des Oberbefehlshabers des Heeres. Der CdZ konnte dabei auf die Militärbehörde zurückgreifen.

CGT: Confédération générale du travail                                                                                   
1895 gegründete französische Gewerkschaft

CIMADE: Comités intermouvements auprès des évacués                                                  
1901 gegründeter ökumenischer Dienst; setzt sich für geflüchtete Ausländer*innen ein.

CNT/FAI: Confederación National de Trabajo/Federarión Anarquista Ibérica                     
Die CNT/FAI war ein Zusammenschluss verschiedener anarchistischer Organisationen in Spanien und Portugal.

CTE: Compagnie de travailleurs étrangers                                                                             
Arbeitskommando für Ausländer. Die in die CTE eingegliederten ausländischen Männer waren zuvor in Lagern der unbesetzten Zone Frankreichs interniert.

Comité de Nîmes: Zusammenschluss von 25 französischen und internationalen in Südfrankreich tätigen Hilfsorganisationen                                                                               
Gegründet im Herbst 1940; war auch im Lager Gurs aktiv.

CVP: Christliche Volkspartei des Saarlandes                                                                                                     
Die CVP wurde 1945 im Saarland gegründet. Sie war eine christdemokratische Partei, die bis zu ihrer Vereinigung mit der CDU Saar 1956 existierte.

D

DAF: Deutsche Arbeitsfront                                                                                                        
Die DAF war in der Zeit des Nationalsozialismus der Einheitsverband für Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit Sitz in Berlin. In ihr waren nach dem Verbot der Freien Gewerkschaften die Arbeitnehmer und Angestellten organisiert. 1934 wurde sie der NSDAP angeschlossen. Sie bestand bis 1945 aus 22 Millionen Mitgliedern.

DMV: Deutscher Metallarbeiter-Verband                                                                                
Der DMV wurde 1891 gegründet und war ein freigewerkschaftlicher Verband der Metallarbeiter. Er wurde 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften aufgelöst.

E

EKKI: Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationalen                                            
Die Kommunistische Internationale, auch Komintern oder KI genannt, war ein internationaler Zusammenschluss kommunistischer Parteien zu einer weltweiten gemeinsamen Organisation. Sie wurde 1919 gegründet und löste sich 1943 auf. Ihr organisatorisches Zentrum war das in Moskau eingerichtete Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationalen (EKKI) mit einem Sekretariat und einem Präsidium.

F

FFI: Forces francaises de l'intérieur
Die FFI war die Dachorganisation der Widerstandsgruppen in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Ihr gehörten die „Armée secrète des General de Gaulle“, die kommunistischen „Franc-tireurs et partisans francais“ und die giraudistische Organisation der „résistance de l'armée“ an.

FTPF: Franc-tireurs et partisans francais
Widerstandsorganisation in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Sie war von der Kommunistischen Partei Frankreichs gegründet worden.

G

GG: Generalgouvernement
Bezeichnung für die von Deutschland seit 1939 besetzten polnischen Gebiete, die nicht in das deutsche Reichsgebiet eingegliedert worden waren. Dazu gehörten die sogenannten Reichsgaue Danzig-Westpreußen oder Wartheland.

GMR: Groupes mobiles de réserve
Die GMR war die französische „zivile Bereitschaftspolizei“. Sie wurde vom Vichy-Regime im Juni 1940 gebildet. Sie gehörten zur „Police Nationale“ und unterstanden dem Innenministerium. Nach der Besetzung der ehemals unbesetzten Zone im Süden Frankreichs wurden die GMR im gesamten Frankreich in den Städten eingesetzt. Sie wurden 1943 auch zur Bekämpfung der Résistance eingesetzt.

GTE: Groupement de travailleurs étrangers (Arbeitseinheit ausländischer Arbeiter)

H

HICEM: Hilfsorganisation für die jüdische Auswanderung
1927 gegründet. Die HICEM war ein Zusammenschluss von HIAS (Hebrew Immigrant Aid Society), ICA und EMIGDIRECT (Emigrationsdirectorium) mit Sitz in Paris bis 1940, anschließend – bis zur Auflösung 1945 – mit Sitz in New York.

I

I.A.P.T.: Bezeichnung der Französischen Staatsbahn S.N.C.F. für die Transporte von Jüdinnen und Juden aus den Lagern der unbesetzten Zone Frankreichs in das Durchgangslager Drancy.

Ilot: Französisch für „Kleine Insel“. Das Lager Gurs bestand aus 13 Ilots. Ein Ilot bildete 25 bis 27 Baracken. Es gab neun Ilots für Männer, vier Ilots für Frauen. In einer Baracke waren 40 bis 50 Internierte untergebracht.

J

JOINT: American Joint Distribution Committee
JOINT ist 1914 als Hilfsorganisation US-amerikanischer Juden in Europa gegründet worden; Sitz: New York. In der Zeit des Nationalsozialismus linderte die Organisation die wirtschaftliche Not der deutschen Juden mittelbar durch Zuwendungen an jüdische Einrichtungen und unterstützte die Emigration aus Deutschland.

JSU: Juventudes Socialistas Unificadas
Die Einheitliche Sozialistische Jugend war eine Jugendorganisation, die im Frühjahr 1936 in Spanien durch den Zusammenschluss der Jugendgruppen der spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei und der Kommunistischen Partei Spaniens gegründet wurde.

K

KJVD: Kommunistischer Jugendverband Deutschlands
Der Kommunistische Jugendverband Deutschlands war die Jugendorganisation der Kommunistischen Partei Deutschlands.

KPD: Kommunistische Partei Deutschlands

KPO: Kommunistische Partei-Opposition
Die Kommunistische Partei-Opposition war eine 1929 entstandene Abspaltung der Kommunistischen Partei Deutschlands.

KPS: Kommunistische Partei Saar
Die Kommunistische Partei/Landesverband Saar war eine kommunistische Partei im Saarland, die von 1946 bis 1957 existierte.

L

LA SB: Landesarchiv Saarbrücken

M

MRS: Mouvement pour le Rattachement de la Sarre à la France
Diese Bewegung, die sich für den Anschluss des Saarlandes an Frankreich einsetzte, existierte von 1945 bis 1949.

MUR: Mouvements unis de la Résistance
Die MUR war eine Organisation der französischen Résistance, die im Januar 1943 aus der Vereinigung dreier großer Widerstandsgruppierungen sowie der Vereinigung der militärischen Organisationen dieser Bewegungen innerhalb der Armée secrète hervorging.

N

Nansen-Pass: Der norwegische Polarforscher Fritjof Nansen (1861-1930) war vom Völkerbund zum Hochkommissar für Flüchtlingsfragen bestellt worden. Die von ihm eingerichtete und geleitete Dienststelle behielt auch nach seinem Tod seinen Namen. Der Nansen-Pass wurde am 05.07.1922 für russische Geflüchtete eingeführt und in den folgenden Jahren auch für staatenlose und quasi-staatenlose Flüchtlinge ausgestellt.

Nordzone Frankreichs: Nach dem Abschluss des Waffenstillstandsabkommens zwischen Deutschland und Frankreich am 22. Juni 1940 wurde Frankreich in eine Nord- und eine Südzone geteilt. Die Nordzone umfasst drei Fünftel des Landes und war von NS-Deutschland besetzt. Sie erstreckte sich nördlich der Linie Genf-Drôle-Tours-Mont-de-Marsan sowie von der französischen Atlantikküste bis zur Grenze nach Spanien.

O

ORT: Organisation-Reconstruction-Travail
ORT ist eine Nichtregierungsorganisation, die 1880 in Russland als „Gesellschaft für handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeit“ gegründet wurde. Ihr Sitz wurde 1921 nach Berlin verlegt und befindet sich heute in Genf. Die ORT sorgte dafür, dass die internierten Kinder und Jugendlichen eine Ausbildung erhielten. 

OSE: Œeuvre de secours aux enfants
OSE war eine 1912 in St. Petersburg von Ärzten gegründete Hilfsorganisation zum Schutz kranker jüdischer Kinder. Sie hatte Niederlassungen in vielen europäischen Ländern. Nach der Besetzung Nordfrankreichs hatte sie ihren Sitz in der unbesetzten Zone Frankreichs. 1943 war ihr Zentrum in Genf. Seit 1950 hat sie ihren Sitz – wie schon einmal vor 1940 – wieder in Paris.

O.T.: Organisation Todt
Gegründet im Mai 1938 und benannt nach dem Bauingenieur und Leiter der Organisation Fritz Todt (1891-1942), den Generalbevollmächtigen für die Regelung der Bauwirtschaft. Die O.T. wurde zuerst beim von der Wehrmacht geleiteten Bau des sogenannten „Westwalls“ eingesetzt. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die O.T. zu einer nach militärischen Gesichtspunkten aufgebauten Bauorganisation. In den von Deutschland besetzten Gebieten wurden freiwillige Hilfskräfte und im weiteren Verlauf des Krieges seit 1943 auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt. Ab Herbst 1940 begann der Bau von Großbunkern für U-Boote an der französischen Atlantikküste. Dort entstand auch seit Dezember 1941 die Befestigungsanlage „Atlantikwall“, wofür auch Internierte aus den Lagern der Südzone eingesetzt wurden.

P

PCE: Partido Communista de la Espana

POUM: Partido Obrebro de Unificación Marxista

Prestatäre: Von der Vichy-Regierung zur Arbeit in den CTE/GTE verpflichtete männliche Internierte

PSUC: Partido Socialista Unificado de Cataluna

Q

Quäker: „Religiöse Glaubensgemeinschaft der Freunde“ gegründet im 17. Jahrhundert in den USA und hauptsächlich beheimatet in den USA und in Großbritannien. Die evangelische Glaubensgemeinschaft engagierte sich als Hilfsorganisation im und nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Dafür erhielt sie 1947 den Friedensnobelpreis.

R

R.E.I.: Régiment étranger d'infanterie
Die 1831 gegründete Légion étrangère, deutsch Fremdenlegion, ist ein Großverband des französischen Heers, in dem Freiwillige aus über 150 Nationen als Zeitsoldaten dienen. Die Fremdenlegionäre sind in ihrem Mannschaftskern aus dem nichtfranzösischen Ausland angeworben.

RFB: Rotfrontkämpferbund
Der 1924 gegründete Rote Frontkämpferbund – auch Rotfrontkämpferbund genannt – war ein paramilitärischer Kampfverband der Kommunistischen Partei Deutschlands in der Weimarer Republik.

R.M.V.E.: Regiment de marche de volontaires étrangers
Dieses Regiment war der Fremdenlegion angegliedert. Von 1939 bis 1940 bestand es aus Mitgliedern der Arbeitskommandos der Ausländer, die in den Auffanglagern interniert waren.

RSHA: Reichssicherheitshauptamt
Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) wurde 1939 in Berlin gegründet und stand unter der Leitung des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler. Es setzte sich aus der Sicherheitspolizei (Sipo) und dem Sicherheitsdienst (SD) zusammen.

S

SA: Sturmabteilung

SAJ: Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

SAPMO: Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv

Sarroise/Sarrois: Bewohner*in des Saarlandes
Der Begriff bezeichnet eine/n Saarländer*in bzw. die Herkunft aus dem Saarland von 1920 bis 1935.

Sauf-Conduit: Passierschein. Mit diesem Schriftstück war es möglich, von der besetzten in die unbesetzte Zone Frankreichs zu gelangen

SBZ: Sowjetische besetzte Zone

SD: Sicherheitsdienst

SDS: Schutzverband deutscher Schriftsteller

SED: Sozialistische Deutsche Einheitspartei, Regierungspartei in der ehemaligen DDR

SFIO: Section francaises de l'International ouvrière

SIM: Servicio de Intelligencia Militar
Kommunistische Geheimpolizei des republikanischen Spanien

SoPaDE: Sozialdemokratische Partei Deutschland – Exilvorstand
Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich der Vorstand der SPD in Prag und nach 1938 in London.

SPS: Sozialdemokratische Partei des Saarlandes

SS: Schutzstaffel der NSDAP

S.S.E.: Service Social des Etrangers
Der SSE kümmerte sich um die Angehörigen der in den GTE eingesetzten Prestatäre.

SSB: Sozialistischer Schutzbund
Der Sozialistische Schutzbund war eine paramilitärische Formation in Weimar, die mit der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands verbunden war. SSB war zwischen 1931 und 1933 aktiv. Die Organisation fungierte hauptsächlich als Wächter bei Wahlkampftreffen.

Sta: Stadtarchiv

STALAG: Stammlager für Kriegsgefangene

STO: Service de travail obligatoire
Der STO war eine Organisation zur Aushebung französischer Facharbeiter durch das Vichy-Regime zum Einsatz in der deutschen Kriegswirtschaft. Auf Befehl des NS-Regimes erließ die seit Juli 1940 amtierende Vichy-Regierung Erfassungsgesetze, die eine zweijährige Arbeitspflicht für die geburtenstarken Jahrgänge 1920 bis 1922 vorschrieben.

SU: Sowjetunion

Südzone Frankreichs: Nach dem Abschluss des Waffenstillstandsabkommens zwischen Deutschland und Frankreich am 22. Juni 1940 wurde Frankreich in eine Nord- und eine Südzone geteilt. Die Südzone war nicht von NS-Deutschland besetzt. Dieser „Etat français“ genannte Staat wurde von einer Regierung mit Sitz in dem Badeort Vichy unter Führung von Ministerpräsident Marschall Henri Philippe Pétain verwaltet.

Sukkot: Das jüdische Laubhüttenfest. Es erinnert Jüdinnen und Juden an das Leben ihrer Vorfahren während ihrer Flucht aus Ägypten.

SVP: Saarländische Volkspartei

SWV: Saarwirtschaftsvereinigung

U

UGIF: Union générale des israélites de France

UGT: Unión General de Trabajadores
Die Unión General de Trabajadores ist eine 1888 in Barcelona von Pablo Iglesias Posse gegründete spanische Gewerkschaft.

Unitarier: Religionsgemeinschaft, die historisch den freireligiösen Gemeinschaften zugeordnet wird.

USPD: Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands

V

VVN-BdA e.V.: Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten e.V.
Die VVN-BdA wurde 1947 mit Sitz in Berlin gegründet.

W

WAKO: Waffenstillstandskommission
Nach der Besetzung Frankreichs durch NS-Deutschland am 10. Mai 1940 wurde am 22. Juni 1940 im Wald von Compiègne zwischen NS-Deutschland und Frankreich das Waffenstillstandsabkommen geschlossen. In Folge dessen wurden Elsass und Lothringen von Frankreich abgetrennt und den Gauleitern von Baden und der Saarpfalz unterstellt. Frankreich wurde in die von Deutschland besetzte Nordzone und die von der Regierung von Maréchal Phillippe Pétain verwaltete Südzone unterteilt. Deren Regierungssitz war der Badeort Vichy. Die Deutsche Waffenstillstandskommission war ein politisches Verwaltungsgremium. Es bestand bis zur Befreiung Frankreichs 1944. Sie hatte ihren Sitz in Wiesbaden. Ihre Aufgabe war es, die in dem Waffenstillstandsvertrag auferlegten Bedingungen, vor allem in militärischer Hinsicht zu überwachen.

WGG: Wiedergutmachungsgesetz.
Das „Gesetz über die Wiedergutmachung der den Opfern des Nationalsozialismus zugefügten Schäden“ (siehe dazu Amtsblatt des Saarlandes Nr. 68, 1948, S. 1122-1129) wurde am 31. Juli 1948 von der saarländischen Landesregierung unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann erlassen. Das Gesetz folgte der Verordnung Nr. 164 über die Entschädigung der Opfer des Nazismus der französischen Militärregierung vom 29. Juni 1948 (siehe dazu: Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland Nr. 182, 1948, S. 1583-1584). 

Antragsberechtigte waren alle Personen mit Wohnort im Saarland, die zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 aus politischen, rassischen, religiösen und weltanschaulichen Gründen vom NS-Regime verfolgt und geschädigt worden waren. Das galt auch für die Saarländer*innen, die in Folge der Abstimmung vom 13. Januar 1935 und der darauf folgenden Rückgliederung des damaligen Saargebietes an NS-Deutschland emigriert waren. 

Die Antragsfrist endete am 31. März 1949. Für im Ausland lebende Anspruchsberechtigte lief die Frist am 31. März 1950 ab. Die Beratungsstellen für die Antragsteller*innen waren bei den Landratsämtern angesiedelt.

Es gab vier Kategorien der Schädigung:

A: Ermordete Personen bzw. deren unterhaltsberechtigte Hinterbliebene.
B: Personen, die in einem Konzentrationslager inhaftiert waren; Personen, die eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe verbüßt hatten; Personen, die sonst ihrer Freiheit beraubt worden waren.
C: Emigrant*innen aus Gründen der politischen oder rassischen Verfolgung durch das NS-Regime.
D: Personen, die sonstige Schäden erlitten hatten.

Der Entschädigungsantrag bestand aus einem vierseitigen Fragebogen, in den persönliche Angaben sowie die Anlässe und Gründe der Schädigung eingetragen werden mussten. Über die Anerkennung und die Höhe der Entschädigung entschied eine Kommission. Deren Mitglieder setzten sich aus Vertreter*innen der Ministerien für Inneres, Justiz, Arbeit und Wohlfahrt sowie Finanzen und Forsten zusammen. Dazu kamen noch drei als Opfer des Nationalsozialismus‘ anerkannte Personen, die vom Wiedergutmachungsausschuss des Landtages des Saarlandes benannt wurden.

Y

YMCA: Young Men Christian Association
Der „Christliche Verein Junger Menschen“ wurde 1844 gegründet und ist mit insgesamt über 64 Millionen erreichten Menschen die weltweit größte Jugendorganisation. Diese Organisation ist überkonfessionell christlich und in der Praxis evangelikal-protestantisch orientiert. Der YMCA war als Hilfsorganistation in den Internierungslagern der unbesetzten Zone Frankreichs tätig.