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Die Geschichte des Lagers Gurs ermöglicht auch – und das bleibt eine Verpflichtung für immer-, eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie es zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Intoleranz und zu undenkbaren Leiden kommen kann.

Robert Badinter, ehemaliger Justizminister Frankreichs

Deportationen aus der unbesetzten Zone

Die nun folgenden Daten wurden entnommen aus: „Gerhard J. Teschner: Die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden am 22. Oktober 1940. Vorgeschichte und Durchführung der Deportation und das weitere Schicksal der Deportierten bis zum Kriegsende im Kontext der deutschen und französischen Judenpolitik. Frankfurt/Main 2002“.

6. August 1942

1.000 Internierte aus dem Lager Gurs, deren Nachnamen mit den Buchstabe A-M begannen, wurden nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

Die Deportation betraf:

  • Angehörige der israelitischen Glaubensgemeinschaft,
  • Internierte aus Deutschland, dem Saargebiet, Österreich, Tschechien, Polen, Estland, Litauen, Danzig, Sowjetunion/Russland,
  • Internierte zwischen 16 und 60 Jahren und
  • Internierte, die bereits auf einer Liste zur Auslieferung/Deportation standen.

Davon ausgenommen waren:

  • Internierte, die nicht transportfähig waren,
  • Mütter oder Väter eines Kindes, das jünger als zwei Jahre alt war, und
  • Frauen und Männer, die französischen Ehepartner*innen hatten.

8. August 1942

620 Internierte wurden aus dem Lager Gurs, deren Nachnamen mit den Buchstaben N-Z begannen, sowie Internierte aus den Lagern Noé und Récébédou nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

24.August 1942

60 Internierte wurden aus dem Lager Gurs nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

11. August 1942

600 Internierte wurden aus den Lagern Rivesaltes, Les Milles und aus Lagern in der Gegend von Toulouse nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

13. August 1942

800 Internierte wurden aus dem Lager Les Milles nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

14. August 1942

1.443 Internierte wurden aus 13 verschiedenen Lagern von Portet-Saint-Simon (einem Vorort von Toulouse) aus nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

29. August 1942

500 Internierte wurden aus dem Lager Nexon nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

29. August 1942

450 Internierte wurden aus dem Lager Venissieux nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

31. August 1942

800 Internierte wurden aus Nizza nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

1. September 1942

502 Internierte wurden aus dem Lager Gurs nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

1./2.September 1942

750 Internierte wurden aus dem Lager Les Milles, 250 Internierte aus dem Lager Rivesaltes nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

2./3. September 1942

225 Internierte wurden aus dem Lager St. Sulpice, 563 Internierte aus dem Lager Caussade, 280 Internierte aus dem Lager Montluel nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

4. September 1942

1.000 Internierte wurden aus dem Lager Rivesaltes nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

Die zweite Phase der Deportationen aus der unbesetzten Zone sollte dort lebende nichtfranzösische Juden erfassen, die nicht in Lagern interniert waren. An die Stelle des im Juli 1942 dafür vorgesehenen Lagers Gurs trat nun das verkehrsgünstiger gelegene Lager Rivesaltes mit eigenem Bahnanschluss.

14. September 1942

650 Internierte wurden aus dem Lager Rivesaltes nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

21. September 1942

30 Internierte wurden aus dem Lager Gaillac, 90 Internierte aus dem Lager Le Vernet, 70 Internierte aus dem Lager Rivesaltes nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

28. September 1942

70 Internierte wurden aus dem Lager Rivesaltes nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

5. Oktober 1942

100 Internierte wurden aus dem Lager Rivesaltes nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

20. Oktober 1942

120 Internierte wurden aus dem Lager Rivesaltes nach Drancy deportiert und von dort nach Auschwitz verschleppt.

27. Februar 1943

975 internierte Männer wurden aus dem Lager Gurs nach Drancy deportiert und von dort nach Majdanek und Sobibor verschleppt.

Nach den Deportationen im August 1942 wurde Gurs erneut Sammellager für in der unbesetzten Zone Frankreichs verhaftete Jüdinnen und Juden. Nach den Deportationen im August und September 1942 war die Zahl der Internierten im September/Oktober 1942 auf 719 gesunken. Nach den Razzien in der zweiten Hälfte des Jahres 1942 hielten sich im Lager Gurs am 28.02.1943 2.775 Personen auf.

3. März 1943

770 Internierte wurden aus dem Lager Gurs nach Drancy deportiert und von dort nach Majdanek und Sobibor verschleppt.

7. März 1944

Transport mit einem hohen Anteil an Internierten über 65 Jahre. Sie wurden aus Baden und der Saarpfalz aus Lagern um Toulouse von Drancy nach Auschwitz verschleppt.

30. Mai 1944

Transport mit hohem Anteil von Internierten aus Baden und der Saarpfalz. Sie wurden aus Lagern um Toulouse von Drancy nach Auschwitz verschleppt.