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Gurs, eine eigenartige Silbe.
Wie ein Schluchzen, das die Kehle zurückhält

Louis Aragon, 1943

 

Inhalt und Aufbau der Interniertendatenbank

Die vorliegende Datenbank verzeichnet die saarländischen Internierten des französischen Lagers Gurs im Zeitraum von 1939 bis 1943. Erfasst wurden Personen, die im Saarland geboren wurden oder mehrere Jahre im Saarland gelebt hatten.

Ein Großteil der in der Interniertendatenbank enthaltenen Angaben zu den im Lager Gurs internierten Saarländer*innen wurde von dem Gurs-Experten und ehemaligen Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Roland Paul, in der im Departementsarchiv Pyrénées-Atlantiques in der französischen Stadt Pau erhaltenen Interniertenkartei des Lagers Gurs ermittelt. Das Kürzel ADPA (Archive Départementale Pyrénées-Atlantiques) verweist auf die Herkunft der Daten aus dieser Quelle.

Weitere Daten zu den im Lager Gurs internierten Saarländer*innen entstammen den im Landesarchiv Saarbrücken verwahrten Landesentschädigungsakten. Darin enthalten sind Daten von Saarländer*innen, die nach Beginn des Zweiten Weltkrieges und insbesondere nach dem 10. Mai 1940 vom französischen Staat als „Feindliche Ausländer“ für mehrere Wochen im Lager Gurs interniert worden waren. Die damals erstellte Interniertenkartei wurde im Sommer 1940 zerstört; die von der Lagerleitung ausgestellten Entlassungsscheine aus dem Lager Gurs blieben jedoch erhalten. Diese Dokumente befinden sich zusammen mit Anträgen auf Entschädigung für die in der NS-Zeit erlittenen Schäden an Leben, Gesundheit, Bildung und Vermögen in den Akten des Landesarchivs Saarbrücken. Die Kürzel LA SB (=Landesarchiv Saarbrücken) und LEA (=Landesentschädigungsakte) verweisen auf die Herkunft der Daten aus dieser Quelle.

Beim Departementsarchiv in Pau und beim Landesarchiv Saarbrücken handelt es sich um öffentliche Archive, die für weiterführende Recherchen zu den in der Datenbank aufbereiteten Informationen offen stehen.

Weitere Quellen, auf welche die Interniertendatenbank zurückgreift, sind die Forschungsergebnisse des Historikers Max Hewer zu den Saarländer*innen, die von 1936 bis 1939 freiwillig im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft hatten und 1939 im Lager Gurs interniert waren.
 
Ergänzt werden die Angaben in der Interniertendatenbank durch Hinweise auf Stolperstein-Aktionen und vorhandene Literatur, die sich mit dem Thema Gurs aus regionaler/lokaler oder biographischer Perspektive befasst.

Die Verweise auf die Herkunft der Datensätze, auf weiterführende Literatur und auf biographische Beiträge zu einzelnen Internierten befinden sich in den Fußnoten der jeweiligen Kurzbiographien. Die vollständigen Archiv- und Literaturangaben sowie die einschlägigen Informationsplattformen im Internet werden in den Rubriken Erinnern … auf Papier und Erinnern … im Internet aufgeführt.  

Für die am 22. Oktober 1940 im Rahmen der sogenannten „Wagner-Bürckel-Aktion“ in das Lager Gurs verschleppten jüdischen Saarländer*innen liegen in einigen Fällen unterschiedliche Schreibweisen der Vor- und Nachnamen sowie abweichende Angaben zu den Geburtsdaten vor. In den betreffenden Fällen wurden alle erfassten alternativen Schreibweisen bzw. abweichenden Geburtsdaten aufgenommen und mit einem Schrägstrich markiert (z. B. „Levy/Lewy“ oder „1901/1902“). Wenn in den Archivbeständen zu bestimmten Punkten Angaben fehlen, wird dies mit einem Fragezeichen markiert („?“). Mit einem Fragezeichen werden auch jene Angaben markiert, die nicht richtig entziffert werden konnten oder im Rahmen einer weiterführenden Recherche noch einmal verifiziert werden müssen.  

Die Begriffe, die in der Interniertendatenbank in abgekürzter Form verwandt werden, werden im Glossar in Langform angegeben und erklärt.

Die in den Kurzbiographien eingefügten Originalzitate wurden – abgesehen vom Einfügen von Auslassungszeichen – redaktionell nicht bearbeitet. Nachweisliche inhaltliche Fehler oder stark abweichende Schreibweisen (beispielsweise von Ortsnamen) sind direkt im Anschluss an die betreffende Stelle mit „(sic!)“ kenntlich gemacht (z. B. „Gürs (sic!)“).